Serie: Kulturgeschichte der Signatur – Teil 4

Serie: Kulturgeschichte der Signatur – Teil 4
06 Aug 2019

Die Unterschrift – ihre Geschichte, ihr kultureller Stellenwert und ihre Bedeutung im digitalen Zeitalter: freuen Sie sich auf einen kleinen kulturhistorischen Exkurs rund um die Signatur in unserer vierteiligen Serie.

Teil 4 – Kunst


Während die elektronische Signatur (leserliche) elektronische Arztrezepte ermöglicht, Unternehmens-Workflows vereinfacht oder Bankgeschäfte mobil macht, feiert die Handschrift auf anderen Bühnen eine Renaissance. Als verschnörkelte Kalligrafie oder als kunstvoll geschwungenes Handlettering – Techniken, wie man sie in den Workshops der Grazer Künstlerin Elke Wunsch lernen kann. „In den letzten Jahren vollzieht sich ein deutlicher Wandel zu Handgefertigtem und Handschrift“, sagt Elke Wunsch. „Ich sehe das als Reaktion auf unser, nach Perfektion strebendes, digitales Zeitalter. In der Welt der Computer, Tablets und Handys hebt sich Handgeschriebenes durch seinen ganz eigenen Charme ab und weckt bei Menschen ein emotionales Erlebnis. Die eigene Handschrift gewinnt zunehmend an Bedeutung!“

Handschrift als KunstformKünstlerin Wunsch findet aber auch, dass heute die elektronische und die handgeschriebene Signatur gleichermaßen ihre Berechtigung besitzen. Immer da, wo es Handlungsabläufe vereinfacht und eine „persönliche Note“ fehl am Platze ist, sieht Signatur-Expertin Wunsch die elektronische Signatur im Vorteil. Aber auch im Geschäftsleben empfiehlt sie, hin und wieder die Handschrift zu bevorzugen: „Dort, wo man Personen emotional erreichen oder besondere Wertschätzung ausdrücken möchte, ist die handgeschriebene Signatur unumgänglich.“

So geben verschiedene Unternehmen für einzelne Gelegenheiten Handgeschriebenes in Schönschrift bei ihr in Auftrag. Ein boomender Markt, der es im digitalen Zeitalter bis auf die Kreidetafeln gehobener Gastronomie geschafft hat. Am spannendsten findet Elke Wunsch aber immer noch die individuelle Handschrift. „Handschrift ist etwas, was uns einzigartig macht. Unsere eigene Schrift ist immer individuell und authentisch, emotional und asymmetrisch. Das macht sie außergewöhnlich, so wie unser ganz persönlicher Fingerabdruck.“

Weitere Infos: www.wunschbriefe.at