Serie: Kulturgeschichte der Signatur – Teil 3

Serie: Kulturgeschichte der Signatur – Teil 3
30 Jul 2019

Die Unterschrift – ihre Geschichte, ihr kultureller Stellenwert und ihre Bedeutung im digitalen Zeitalter: freuen Sie sich auf einen kleinen kulturhistorischen Exkurs rund um die Signatur in unserer vierteiligen Serie.

Teil 3 – Typen


Von bleihaltiger Luft ist in Western die Rede. Gemeint ist die knisternde Atmosphäre, wenn Revolverhelden der Finger am Abzug einer Feuerwaffe zu locker sitzt. Bleihaltige Luft gab es aber auch in weniger glamourösen Zusammenhängen zu fürchten. Zum Beispiel beim Bleisatz in Druckereien alter Schule: Mit gewichtigen Lettern, den Typen, wurden die Seiten für die Zeitung von morgen zusammengepuzzelt. Ein Verfahren, das noch bis in die 80er Jahre des 20. Jahrhunderts gebräuchlich war. Im Zentrum stand die Rotation, ein Monstrum, dessen Lärmpegel es mit dem Wacken Open Air aufnehmen konnte.

Heutige Verfahren zeichnen sich durch eine signifikant entspanntere Geräuschkulisse aus, zu Signaturen und Buchstaben in jeder inhaltlichen und physischen Gewichtsklasse hat man ein leichteres Verhältnis gewonnen. Und dies nicht nur durch die Technologie der elektronischen Signatur. Infolge umfassender Digitalisierung flimmern Lettern fast nur noch gepixelt auf Bildschirmen, der Satz von Zeitungsseiten kommt schon lange ohne Blei aus. Seit den Ursprüngen der persönlichen Signatur ist immerhin ein halbes Jahrtausend vergangen.

Die unverwechselbare Schrift der Österreichischen PostUnverwechselbare Typen spielen aber noch dieselbe prominente Rolle beim geschriebenen und gedruckten Wort. Zum Beispiel durch die Arbeit der Typejockeys. Die Wiener Design-Agentur hat sich auf den Entwurf unverwechselbarer Schriften für Produkte und Unternehmensauftritte spezialisiert. „Individuelle Schriften und Buchstaben sind wie Signaturen“, sagt Unternehmensgründerin Anna Fahrmaier. „Wie bei persönlichen Signaturen schaffen wir bei Hausschriften Unikate, deren Absender eindeutig zuzuordnen ist.“ Ähnlich wie bei der menschlichen Stimme, wo schon kleine Nuancen darüber Auskunft geben, wem sie gehört.

Ihr Unternehmen hat aktuell die Österreichische Post mit einer exklusiven Schrift versorgt. „Der Nachweis von Authentizität und Echtheit hat im digitalen Zeitalter eine neue Qualität gewonnen“, sagt die Designerin. „Vieles geht durch die digitale Transformation schneller, für einzelne Geschäftsfelder gibt es viel mehr Mitbewerber als in der analogen Welt. Das birgt immer die Gefahr, dass Individualität auf der Strecke bleibt.“ Echtheit ist für Expertin Fahrmaier deshalb auch mehr als nur eine schöne Hülle. „Es ist ein Element, das im Prozess der digitalen Transformation für Vertrauen und Glaubwürdigkeit sorgt!“ Entsprechend fiel das Feedback des Kunden Österreichische Post aus: Man sieht die eigene Schrift als starkes Element der eigenen Identität – ebenso unverwechselbar wie eine qualifizierte elektronische Signatur.

Weitere Infos: www.typejockeys.com