Unterschreiben ohne Augenlicht

Unterschreiben ohne Augenlicht
18 Apr 2017

Stark sehbehinderte und vollständig erblindete Menschen können jetzt eigenständig Dokumente digital unterschreiben – mit XiTrust MOXIS! In einem Forschungsprojekt hat XiTrust Secure Technologies mit Unterstützung der FH Joanneum seine digitale Unterschriftenmappe XiTrust MOXIS erfolgreich an die WCAG-Richtlinien angepasst, in denen das Anforderungsspektrum für behindertengerechte Software verbindlich definiert ist (siehe Info Box). Damit kann XiTrust die Unterschriftenmappe nun auch in einer komplett barrierefreien Version anbieten. Die Österreichische „Kronen Zeitung“ hat das Projekt zum Anlass für einen Hintergrundartikel genommen.

Mit starker Einschränkung der Sehfähigkeit digital zu unterschreiben bedeutet im Normalfall: Die Betroffenen sind grundsätzlich auf fremde Hilfe angewiesen, um eine Unterschrift zu leisten. Dies betrifft sowohl technische Fragen als logistischen Aufwand, der für die Signatur zu leisten ist.

Für das Forschungsprojekt sind von XiTrust Secure Technologies in enger Zusammenarbeit mit der FH Joanneum unter Leitung von DI Elmar Krainz Testreihen mit sehbehinderten Menschen durchgeführt worden. „Einige unserer Probanden waren vollständig erblindet, andere verfügten nur noch über eine Sehfähigkeit von fünf Prozent und weniger“, berichtet Katrin Riemer, die das Projekt für XiTrust Secure Technologies betreut.

Den WCAG-Richtlinien entsprechend, stand Userfreundlichkeit ganz oben auf der Agenda der Entwickler von XiTrust. Benutzerfreundlich heißt im Kontext der WCAG zum Beispiel, dass alle Schritte am Computer über die Tastatur durchführbar und keine Mausklicks mehr notwendig sind. Das bewährte Audio-Tool Screenreader, das Textinhalte und Prozessschritte akustisch vermittelt, führt die Nutzer durch die gesamte Anwendung – bis zur Unterschrift.

Info Box
In den Web Content Accessability Guidelines (WCAG) ist festgeschrieben, welche Anforderungen Software erfüllen muss, damit sie auch von Menschen mit Handicap ohne Probleme genutzt werden kann. Nur wenn alle Einzelanforderungen des umfangreichen Katalogs erfüllt sind, erhält die Software das Prädikat „barrierefrei“. Und das ist mittlerweile längst kein „nice to have“ mehr. In Deutschland ist die Barrierefreiheit von IT-Anwendungen vielerorts – etwa bei Behörden – Bedingung für ihren Einsatz.

„Wir haben von den Probanden, die mit der barrierefreien Version von XiTrust MOXIS gearbeitet haben, ein durchweg positives Echo bekommen“, erzählt Katrin Riemer. „Es wurde als großes Stück Unabhängigkeit und Stärkung der Eigenständigkeit im Alltag wahrgenommen!“

Weitere Informationen zu den WCAG: https://www.w3.org/Translations/WCAG20-de/


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