Elektronischer Heilberufsausweis – Zukunft aus der Karte lesen?

Elektronischer Heilberufsausweis –  Zukunft aus der Karte lesen?
14 Jan 2016

Kommt er? Kommt er nicht? Und wenn er kommt, was heißt das dann? Der elektronische Heilberufsausweis gilt als Seismograph für Telematikanwendungen im Gesundheitswesen. In Deutschland ist er über die vergangenen sechs, sieben Jahre gar zu einem Prestige- projekt herangewachsen, von dem sich nicht nur Daten, sondern  auch der aktuelle Stand der Telemedizin abgelesen lässt. Mit dem Ausweis können etwa Arztbriefe qualifiziert signiert und Patientendaten übermittelt werden.

Nach der Bundesärztekammer ist derzeit in Deutschland nur eine äußerst geringe Anzahl von Test-Heilberufeausweisen in Umlauf, die meisten von ihnen in Projekten in Nordrhein-Westfalen. Wobei fraglich ist, inwieweit diese überhaupt schon aktiv genutzt werden. Zumindest für qualifizierte elektronische Signaturen wird der Ausweis aktuell nur in Ausnahmefällen eingesetzt. Das hat seine Gründe. Denn noch immer mangelt es an einer Telematikinfrastruktur, die geeignet wäre, ein flächendeckendes Roll-out umzusetzen.
“Die Lust auf einen Heilberufsausweis, der übrigens nur mit Kartenlesegerät funktioniert, ist vielerorts gleich null”, weiß Markus Rosskothen. “Weil das Projekt schon etwas länger schwelt, überrascht es auch kaum, dass derzeit fast kein Krankenhaus mit dem Heilberufeausweis arbeitet”, sagt der IT-Spezialist von XiTrust.

So recht scheint das Projekt nicht von der Stelle zu kommen. Das zum 1.1.2016 in Kraft getretene e-Health-Gesetz soll Abhilfe schaffen und telemedizinische Anwendungen pushen. Der Gesetzgeber in Deutschland baut damit gleichzeitig Druck auf: Sogar mit empfindlichen Haushaltskürzungen müssen innovationsunlustige Krankenhäuser rechnen. In einem halben Jahr könnte es die ersten e-Health-Muffel treffen. Denn bis zum 30.6.2016 soll die Gesellschaft für Telematik (Gematik) die infrastrukturellen Voraussetzungen für die schnelle Digitalisierung des Gesundheitswesen geschaffen haben.

Inwieweit es tatsächlich schon ab Mitte 2016 zu empfindlichen Haushaltskürzungen kommt, darf dagegen bezweifelt werden. Brancheninsider und selbst einige Trägerverbände der Gematik schätzen, dass es eine mehrjährige Übergangsphase geben dürfte, bis der Heilberufsausweis tatsächlich flächendeckend zum Einsatz gebracht werden könnte. Deswegen hat der Gesetzgeber in Deutschland einen weiteren finanziellen Anreiz geschaffen: Ab 2017 gibt es für elektronisch versendete – und signierte Arztbriefe eine Vergütung von 55 Cent pro Stück. Dies gilt klarerweise auch für Dokumente, die mit XiTrust MOXIS elektronisch signiert werden.

Die Zukunft der Telemedizin hat indessen schon längst begonnen. “Ob ich einen Arztbrief qualifiziert elektronisch signieren kann, hängt nicht vom Heilberufsausweis ab und ist in Deutschland bereits zum jetzigen Zeitpunkt rechtsgültig”, sagt Markus Rosskothen. Rechtlich gestärkt wird der Einsatz der qualifizierten Signatur durch die eIDAS-Verordnung, die mit 1. Juli diesen Jahres in Kraft tritt. Damit ist die Handysignatur in der gesamten EU explizit erlaubt – ohne Kartenlesegerät können damit natürlich auch Arztbriefe unterschrieben werden. Unterstützt von XiTrust MOXIS.

Rosskothen: “Die Praxis zeigt uns, dass gerade diese Übergangsphase viele Fragen aufwirft. Kunden, die bereits jetzt erfolgreich mit XiTrust MOXIS arbeiten, sehen dies zu Recht auch als Investition in die Zukunft – und die wird definitiv medienbruchfrei – ob mit Karte oder mobilem Endgerät.” Sollte ein Kunde zu einem späteren Zeitpunkt dennoch den Wunsch äußern mittels dem Heilberufeauweis zu qualifiziert zu signieren, wird selbstverständlich auch dieser Kundenwunsch durch XiTrust MOXIS unterstützt.


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