„Sein Kreuz machen“ – auch das wird künftig digital gehen

„Sein Kreuz machen“ – auch das wird künftig digital gehen
03 Apr 2018

Was hat ein Italo-Western mit europäischen Verordnungen, Online-Diensten und einem Gesetz aus dem deutschen Wirtschaftsministerium zu tun? Vielleicht erinnern Sie sich an den Spaghetti-Western „Vier Fäuste für ein Halleluja“ mit Terence Hill und Bud Spencer: Um das Kopfgeld zu erhalten, muss Buddy unterschreiben. Da er des Schreibens nicht kundig ist, hilft sein Bruder. Mit einer großartigen Geste prüft er die Feder und – unterzeichnet mit einem Kreuz.

Die Unterschrift ist nicht nur für Kopfgelder wichtig. Sie ist essentieller Bestandteil für den Abschluss von Verträgen. Damit ein Dokument im Ernstfall auch wirklich als echt anerkannt wird, erhält es typischerweise ein Siegel.


DSGVO & eIDAS – Herausforderungen und Chancen

Derzeit spricht fast die gesamte IT-Branche von der EU-DSGVO (Europäische Datenschutzgrundverordnung) und den Herausforderungen, die sich Unternehmen damit stellen – kaum jemand erwähnt jedoch die Chancen, die sich aus der digitalen Unterschrift und sogenannten digitalen Vertrauensdiensten ergeben. Dabei stecken in der eIDAS-Verordnung, die hierfür die Grundlagen umreißt, eher Chancen und viele neue Wege für Komfort im vielen Lebensbereichen von A wie AOK oder Allianz bis Z wie Zulassungsstelle oder Zertifizierung.

eIDAS (electronic IDentification, Authentication and Trust Services) ist, um Wikipedia zu zitieren, eine „Verordnung des Europäischen Parlaments und des Rates über elektronische Identifizierung und Vertrauensdienste für elektronische Transaktionen im Binnenmarkt“. Die in dieser Verordnung mit dem etwas holprigen Namen erfassten Verfahren beschreiben, wie zum Beispiel Web-Services gestaltet sein sollten, um Verträge rechtskräftig signieren zu können.

Die lange Geschichte der Unterschrift als Zeichen der Authentizität einer Person und des Siegel als Bestätigung befindet sich an der Schwelle umfassender Veränderungen. Indem immer mehr Verwaltungsprozesse, zivilrechtliche Vorgänge und Arbeitsabläufe digital dokumentiert werden, gewinnt auch die elektronische Signatur an Bedeutung.


eIDAS Summit 2018

Die große Bedeutung digitaler Services wurde jüngst auch auf dem „eIDAS Summit 2018“ in Berlin – veranstaltet vom deutschen Bundeswirtschaftsministerium und dem IT-Anbieterverband Bitkom – thematisiert. Vorgestellt wurden unter anderem die Umsetzungsverordnungen, mit denen auch in Deutschland künftig viel mehr Dienste angeboten werden können, für die eine elektronische Fernsignatur, elektronische Unterschriften und Unterschriftenmappen und elektronische Siegel benötigt werden.

Um ein Beispiel zu nennen: Im Gesundheitswesen, insbesondere auch in der Alten- und Krankenpflege, sind Dokumente heute vielfach noch an die Papierform gebunden. Mit eIDAS und den entsprechenden Tools könnte eine Pflegekraft ihren Einsatz einfach per Fernsignatur unterschreiben bzw. unterschreiben lassen. Ebenso können Krankenhäuser mit einem elektronischen Siegel Arztbriefe und andere Dokumente als authentisch kennzeichnen.


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