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„Europa muss sich emanzipieren!“

„Europa muss sich emanzipieren!“
22 Mar 2017

Interview mit Michael Butz (CEO A-Trust) und Georg Lindsberger (CEO XiTrust Secure Technologies) über die Partnerschaft beider Unternehmen und die Marktentwicklung rund um die digitale Signatur.

A-Trust und XiTrust sind jetzt Kooperationspartner. Warum passen beide Unternehmen so gut zusammen?

Michael Butz: A-Trust ist ein Infrastruktur-Unternehmen und unser Kerngeschäft sind Zertifizierungen. Damit allein können viele User noch nicht so viel anfangen. Deshalb ist es von entschiedener Bedeutung, diese Zertifizierung in eine konkrete Lösung zu kleiden, um noch näher und individueller für die User da sein zu können. An genau dieser Stelle ist die XiTrust der ideale Partner, weil sie Lösungen entwickelt hat, die perfekt auf unserer Infrastruktur aufsetzen.

Georg Lindsberger: Da kann ich Michael Butz nur zustimmen. Produkte wie XiTrust MOXIS profitieren enorm von dieser Infrastruktur. Die A-Trust hat es in den vergangenen Jahren geschafft, die Technologie soweit voranzutreiben, dass die elektronische Signatur besser lebbar ist als der papierbasierte Prozess. Die E-Signatur bringt diverse Vorteile mit sich: Ich kann dezentral arbeiten, es ist mit der Handy-App trivial gelöst. Heute kann das jeder sofort einsetzen, speziell auch die Vorstandsebene. Es ist unbequemer geworden mit Papier zu arbeiten. Hinzu kommt: Die rechtlichen Rahmenbedingungen sind zufriedenstellend gelöst.

Nach einer aktuellen Studie über die Digitalisierung von österreichischen Unternehmen halten 90 % der Befragten die Digitalisierung einzelner Geschäftsbereiche für wichtig und zukunftsweisend – und das schließt auch digitale Transaktionen ein. Warum ist das eigentlich so?

Michael Butz: Zunächst mal gehen keine Daten mehr verloren. Dann haben sich auch die rechtlichen Rahmenbedingungen für Unternehmen geändert: Die Bestimmungen werden immer rigider und daher muss die Unternehmensführung heute dafür sorgen, dass das alles umgesetzt wird. Vor ein paar Jahren herrschte oft noch die Auffassung vor, die IT ist lästig, ist nur ein Kostenfaktor. Mittlerweile gibt es da ein ganz neue Verantwortlichkeit.

Unabhängig von der Unternehmensgröße?

Michael Butz: Prinzipiell schon. Die überwiegende Zahl größerer Unternehmen ist auf dem Spielfeld Digitalisierung schon sehr weit vorangeschritten. Bei kleineren und mittleren Betrieben schaut es so aus: Wenn die ihr Geschäft weiter vorantreiben wollen, müssen sie zwangsläufig auf Digitalisierung setzen. Hier gibt das große Unternehmen, dem zugeliefert wird, den Takt vor. Je schneller an den digitalen Themen gearbeitet wird, desto besser ist das kleine und mittlere Unternehmen aufgestellt.

Ein Schwarm-Phänomen?

Michael Butz: Mehr noch. Es ist aus Unternehmensperspektive heute zu einem gewissen Grade verantwortungslos, wenn man sich nicht mit diesen Dingen auseinandersetzt.

In Österreich ist die Thematik im internationalen Vergleich anscheinend schon viel stärker im öffentlichen Bewusstsein als anderswo?

Michael Butz: Was die Zahlen betrifft, stimmt das auf jeden Fall. 700.000 Menschen haben bereits eine Handy-Signatur in Österreich, derzeit kommen monatlich 20.000 dazu, und das, obwohl es noch nicht stark beworben wird. Es gibt mittlerweile auch Berufsgruppen, die mit der Handy-Signatur arbeiten müssen, z.B. Rechtsanwälte und Notare. Einzelne Behörden setzen das Hochladen von digital signierten Dokumenten inzwischen voraus. 200.000 Karten sind draußen, die auch die digitale Identität inkludieren. Wir werden 2017 eine Million Österreicher mit einer digitalen Identität ausgestattet haben.

Gibt es diesen Vorsprung auch bei der Technologieentwicklung?

Georg Lindsberger: Wenn man eine Technologie entwickelt, sitzt man immer im Hamsterrad. Wir unterliegen ja nicht nur gesetzlichen Vorgaben, sondern auch einem hohen Wettbewerbsdruck und entwickeln unsere Produkte permanent weiter. So erreicht man Vorsprung. Die XiTrust hat sehr früh erkannt, dass man Applikationen auf Basis dieser Infrastruktur braucht. Dabei ist die digitale Signatur eigentlich eine schon etablierte Technologie, die es bereits seit mehr als 20 Jahren gibt.

Dennoch gibt es gerade auf Unternehmensebene noch einiges an Nachholbedarf.

Georg Lindsberger: Das hat vielfältige Gründe – jenseits rechtlicher Komponenten. Der papierbasierte Prozess war einfach. Das zweite Innovationshemmnis für das papierlose Büro lag im internen Aufwand, der dafür zu treiben war. Wenn ich diesen gleichen Prozess digital hätte abbilden wollen, wäre dies noch vor wenigen Jahren von der Usability her aufwendiger gewesen als der Papierprozess. Inzwischen sind die Hausaufgaben erledigt. Der komplette Workflow ist jetzt medienbruchfrei und einfach in bestehende Systeme zu integrieren. Das ist es, was die digitale Lösung so unschlagbar macht.

Sind Sie Pioniere?

Michael Butz: Ja und Nein. Bei der A-Trust war der Druck immer da, dass wir uns weiterentwickeln mussten – und auch ein gutes Stück an Überzeugungsarbeit zu leisten hatten.

Leisten Sie damit einen aktiven Beitrag zum Thema Datenschutz?

Michael Butz: In Österreich sind wir da schon sehr weit. Europa insgesamt müsste aber aufwachen. Alles geht in die Cloud. Das ist ein komplexes Thema, das auch eine ausgeprägte politische Komponente aufweist. Europa muss sich emanzipieren! Und europäische Daten sollten auch in Europa bleiben.


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